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Die Geschichte des Amateurfunks

Die Geschichte des Amateurfunks

Heute geht nichts mehr ohne Funktechnik. Radio, Handy, WLAN und Satellitenfernsehen sind unsere ständigen Begleiter. Wer waren die Pioniere und wie hat das mit der Funkerei eigentlich angefangen?
Im Jahr 1888 entdeckte Heinrich Hertz die Funktechnik und war in der Lage elektrische Wellen über kurze Distanzen zu senden. Aber bis zur ersten praktischen Anwendung der Funktechnik sollte es noch einige Zeit dauern, denn erst 1897, 9 Jahre später, entwickelte Marconi die drahtlose Telegrafie. Bis dahin waren Telegrafen das einzige System um schnell Nachrichten zu verbreiten. Diese Telegrafennetze hatten allerdings den Nachteil lange Strecken mit Kabel überbrücken zu müssen. Die Funktechnik galt daher als revolutionär, weil keine teuren Kabel mehr nötig waren, und Verbindungen zwischen den Kontinenten denkbar wurden. Denn damals war es kaum möglich Kabel unter dem Meer zu verlegen.

Schon bald gab es viele Menschen die sich für das neue Wunder Funktechnik interessierten. Diese Menschen wollten mit der Technik experimentieren und herausfinden, was damit Alles möglich ist. Das Problem war, dass es damals nicht möglich war benötigte Teile einfach zu kaufen. Die Auswahl war sehr begrenzt und vieles was für uns heute normal ist, wie der Transistor oder die Elektronenröhre, waren noch nicht erfunden. Auch die Beschaffung der wenigen Teile die es gab, war mehr als schwierig, wenn man bedenkt das Edison seine erste Glühlampenfabrik erst im Jahr 1878 eröffnete.
Diese Bastler versuchten den kommerziellen Anwendungen der Industrie nachzueifern. Mit viel Einsatz schafften es diese Bastler erste Sender und Empfänger zu bauen. So konnten die ersten Amateurfunkverbindungen über kurze Distanz hergestellt werden.

Das Chaos der Wellen
Es war abzusehen das es Probleme geben würde. Denn die damalige Technik kannte noch keine genauen Frequenzen und keine kalibrierte Technik. Die Sendefrequenz wurde nur mit primitiven Schwingkreisen und der Antennenlänge eingestellt. Das führte bei allen Funksystemen dazu, dass die einzelnen Anwendungen sich gegenseitig störten.
So wurde deutlich das man irgendeine Regelung brauchte. Die damalige Technik war Längswellen-Funktechnik, mit 160m bis mehrere Kilometer-Wellen. Man dachte diese Wellenbereiche wären die Einzigen die man benutzen könne. So wurden in vielen Ländern Gesetze verabschiedet um diese zu regulieren. Die kommerziellen Unternehmen wollten natürlich keine Bastler auf Ihren Frequenzen haben, denn für Sie war der wirtschaftliche Nutzen der Funktechnik das oberste Anliegen. Außerdem wurden diese Pioniere eher als Hobbybastler, anstatt als Gleichgesinnte betrachtet. Die langen Funkwellen blieben komplett den Wirtschaftsunternehmen vorbehalten, die kurzen Wellen (heute: 3-30 Mhz 80-10m) wurden komplett an die verpönten Funkamateure vergeben.
Man dachte dieser Bereich wäre komplett wertlos. Dies war der erste Irrtum in einer langen Liste von Irrtümern der kommerziellen Unternehmen.
Die Funkamateure ließen sich dadurch aber nicht beirren und hielten an ihrer Leidenschaft fest , so wollten Sie das schaffen was sonst nur die Großkonzerne mit gigantischem Aufwand und Unsummen an Geld schafften. Sie wollten interkontinentale Kurzwellen-Verbindungen herstellen. Am 11.12.1921 gelang es Paul Godley mit dem Rufzeichen 2ZE die ersten Signale aus einer Funkstation aus Greenwich, im US Bundesstaat Connecticut, zu empfangen. Damit bewiesen die Funkamateure, dass die Kurzwellen doch nützlich sind. Funkamateure waren ganz normale Menschen, ohne den Background einer Milliardenindustrie, daher war deren Technik viel einfacher, und auch die Sendeleistungen waren geringer. Während Maschinensender teilweise eigene Kraftwerke hatten, kamen Funkamateure mit viel geringerer Leistung aus.
Dadurch konnten Funkamateure den „Großen“, den Konzernen und Behörden, beweisen, das Kurzwellen effektiver waren. Dies war die erste Forschungsleistung mit der die Funkamateure gängige Annahmen der Industrie in den Schatten stellten.
Am 27.11.1923 fand dann der erste Wechselfunkverkehr in beide Richtungen zwischen einem Franzosen und einem Amerikaner statt.

Das Land der Bürokratie und des Behördenunsinns
1923 wurde der erste Rundfunksender in Betrieb genommen und die Behörden kamen auf die Idee das jeder Empfänger durch die  Reichstelegrafen-Verwaltung geprüft werden müsse. (Jedes einzelne Radio wurde durch eine Behörde geprüft) Die Funkamateure forderten daraufhin eines ihrer wichtigsten Rechte ein, das Recht Ihre Geräte selbst zu bauen. 1924 hatten sie es dann geschafft, versuchsweise wurde Ihnen dieses Recht erteilt. Aber die Funkamateure mussten sich der ersten Prüfung Ihrer Sachkenntnis stellen. Die Funkvereine durften damals noch selbst prüfen.  1924 gab es sogar erste Sendegenehmigungen für Labore und Hochschulen. Aus dem Zusammenschluss der Funkvereine entstand dann der DFTV (Deutscher Funktechnischer Verband) später wurde der DSD, der Deutsche Sendedienst, gegründet.
Für Empfangsamateure (Kurzwellenhörer (SWL: Short Wave Listener) ) wurde der Deutsche Empfangsdienst gegründet.
Einige Jahre später, 1927 wurde dann der Vorläufer der heutigen Amateurverbände gegründet, der DASD, der Deutsche Amateur Sende- und Empfangsdienst. Unter den Nazis wurden die Behörden von der Wichtigkeit des Amateurfunks überzeugt und es gelang sogar einigen Hundert weitere Lizenzen zu bekommen. 1934 gab es alleine 300 Lizenzen.
1937 wurden Gesetze gegen Schwarzfunker eingeführt. Schwarzfunker wurden mit jahrelangen Haftstrafen bestraft.
Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde dann die Amateurfunkerei generell verboten. Die Grundsätze der Funkamateure sind das Amateurfunk politisch neutral ist, was dazu führte dass, das Hobby im Deutschland den Krieg weitgehend ohne Schaden überstanden hat.
1949 wurde dann der Amateurfunk wieder erlaubt.

Da sich die Distanzen die man überbrücken konnte immer weiter gesteigert haben gab es in Berlin 1093 die erste  „Vorbereitende Funktelegrafiekonferenz“ . Man versuchte hier die grundlegenden Regelungen für den Funkbetrieb festzulegen.